Über und unter der Erde - Kappadokien unterschiedlich entdecken

Fahren, Wandern, Fliegen oder Mountainbiken

Auf Erkundungstour kann man in der Region auf verschiedenste Weise gehen: Natürlich kann man das mittlerweile gut erschlossene Gebiet auch mit dem Auto „abfahren“, dabei dürften einem aber sicher viele Details entgehen. Es bietet sich daher an zum Beispiel einen Wanderurlaub oder eine Fahrradtour zu unternehmen. Diese können einen durch die weitläufigen Weinberge oder durch die Aprikosen- und Apfelplantagen führen. Einige Täler eignen sich dafür besonders, so wandert man im Ihlara Tal am Fluß Melendiz entlang, der von Pistazienbäumen und Plantanen gesäumt ist und einem wie eine grüne Oase inmitten der Tuffberge erscheint. Oder das Cavusin Tal, in dem schmalen Wanderwege an Felsburgen, Höhlenwohnungen und Felsschluchten vorbeiführen – diese eignen sich auch hervorragend für abenteuerliche Mountainbike Touren.
Und das Zelve Tal mit der gleichnamigen Siedlung ist wohl das Highlight einer jeden Wanderung durch Kappadokien. Zwar mussten die Bewohner die Stadt verlassen, da durch Erosion zu viele Felsen eingestürzt sind, doch bleibt sie mit eine der ältesten Siedlungen Kappadokiens. Auch das rote Tal und das Liebestal sind für Touren zu Fuß empfehlenswert. Zudem bieten manche Reiseveranstalter auch Ballonfahrten an, die einem nochmals eine völlig neue Perspektive eröffnen.

Geheimnisvolle Welt unter der Erde

Sogar unter der Erde der kappadokischen Felsenlandschaft finden sich 150 bis 200 Siedlungen, die für bis zu 30.000 Personen Platz boten. Übrigens sind das nur die, die man entdeckt hat, denn es wird vermutet, dass es noch weit mehr unterirdische Siedlungen gab, die bisher verborgen geblieben sind. Die „Welt unter der Welt“ wurde eigentlich aus einer Not heraus erbaut, da die Region besonders häufig von Raubzügen und Eroberern heimgesucht wurde und die Bewohner so nach einer Alternative für ihr Hab und Gut gesucht haben, die sicherer war als ihr Zuhause über der Erde.
Die bekanntesten Städte darunter sind Derinkuyu und Kaymakli.
Derinkuyu wurde auf 6 Etagen rund 85 m tief in den Boden erbaut. Zu sehen gibt es dort alles, was man auch in einem „normalen“ Dorf erwarten würde: Stallungen, Wohnungen, Lagerräume, eine Kirche und sogar einen Schulraum, der mit Studierzellen ausgestattet ist. Die Belüftung und Wasserversorgung war durch ein Rohr gesichert, das in 55 m Tiefe liegt und eine Verbindung zur Erdoberfläche hat. Bisher konnten aber nur geschätzte 10% der Siedlung „freigelegt“ werden.
Auch sehr sehenswert ist die Stadt Kaymakli, die als die größte unterirdische Stadt gilt, obwohl man bisher auch hier nur einen Bruchteil erkunden konnte. In Kaymakli finden sich neben den typischen Höhlengängen, die die Räume miteinander verbanden und sich mit Steinen verschließen ließen, auch Arbeitsgeräte. So wie zum Beispiel der Andresit-Stein, der zur Zerkleinerung von Kupfererz, das geschmolzen werden sollte, gebraucht wurde.
Doch natürlich gibt es noch weitere Städte, die man besichtigen kann: Özkonak, Tatlarin oder Özlüce.
In der Region finden sich zudem auch zahlreiche Museen und Kulturzentren, sowie sehenswerte Moscheen und Naturparks, in denen Flora und Fauna zu bewundern sind.
 


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