Die Altstadt von Safranbolu

Knapp 200 Kilometer nördlich von Ankara, nahe dem schwarzen Meer gelegen, befindet sich ein einzigartiges UNESCO Welterbe – die Altstadt von Safranbolu. Ihren Namen verdankt die eigentümliche Stadt den Safranfeldern, die einst die ganze Umgebung prägten. Zwischen den Schluchten des Isfendiyargebirges gelegen, war die Stadt recht unwegsam zu erreichen. Dennoch etablierte sie sich, wohl wegen ihrer Nähe zum Meer, im Mittelalter zu einer bedeutenden Handelsstadt. Als Knotenpunkt für Karawanen, die den Kontinent von Zentralasien bis hinunter nach Bagdad durchquerten, gelange Safranbolu im 13. Jahrhundert zu einigem Wohlstand. Großwesire stifteten Moscheen und andere Bauwerke und die Bewohner, Türken, Griechen und Juden waren als geschickte Handwerker berühmt. Sie waren es auch, die die bezaubernd schönen Fachwerkbauten errichteten, für die Safranbolu 1994 den Status UNESCO Weltkulturerbe erhielt.

Vom Handelszentrum zum Welterbe

Bis dahin fristete die nordtürkische Stadt nämlich ein ziemlich unbedeutendes Dasein, seit ihr mit dem Bau der Eisenbahn zu Beginn des 20. Jahrhunderts die einstige Bedeutung als Handelszentrum verloren ging. Als die letzte Karawanserei stillgelegt wurde, wurde es auch still um Safranbolu – die Errungenschaften der Moderne wie Industrie, Geschäftsgebäude oder Hotelkomplexe hat die Stadt nie gesehen. Man hat sie ganz einfach vergessen. Erst in den neunziger Jahren realisierte man, dass dadurch ein einzigartiges Denkmal orientalisch-mittelalterlicher Baukunst konserviert wurde – die bewundernswert gut erhaltenen osmanischen Fachwerkhäuser, ihre Madrasa, die alte Moschee und die wuchtige Karawanserei sind heute Teil des Weltkulturerbes. Auf dem Basarviertel kann man heute wieder Safran kaufen und auch das Kunsthandwerk, für das die Stadt einst berühmt war.
Wer diese Erfolgsgeschichte mit eigenen Augen sehen will, der kann von Ankara aus Tagesauflüge nach Safranbolu unternehmen.

© Foto by Ugur Basak/wikipedia


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