Die neolithische Siedlung in Çatalhöyük

In der Jungsteinzeit errichtet, in den 1950er Jahren entdeckt und 2012 als UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet – die neolithische Siedlung Catalhöyük gehört zu den größten archäologischen Schätzen der Türkei und ist ein wichtiges Zeugnis steinzeitlicher Lebensart. Mit dieser Ausgrabungsstätte verfügt die Türkei nun bereits über elf UNESCO Weltkulturerbestätten und ist zu Recht stolz darauf. Insgesamt 18 Phasen jungsteinzeitlicher Besiedelung konnten die Archäologen ausmachen. Mehrere dicht beieinander stehende Häuser, sind so gut erhalten, dass man Nachbildungen von ihnen rekonstruieren konnte und so ein gutes Zeugnis davon schuf, wie die Menschen in der Steinzeit lebten und arbeiteten. In den verschiedenen Siedlungsepochen lebten in der neolithischen Stadt teilweise bis zu 2500 Bewohner, eine gewaltige Zahl für steinzeitliche Verhältnisse. Die Bewohner errichteten ihre Lehmhäuser eng aneinander stehend, fast schachtelartig angeordnet. Über Flachdächer gelangte man mit einer Leiter in die Häuser, Türen und Fenster gab es nicht.

Zeugen der Geschichte

Zu den Funden aus Catalhöyük zählen wunderschöne Wandreliefs, Malereien und Plastiken, die die Kunstfertigkeit dieses steinzeitlichen Volkes belegt. Die meisten der Malereien und Statuen zeigen Tiere, andere wiederum zeigen weibliche Gottheiten, die während der Steinzeit an vielen Orten verehrt wurden. Der vielleicht spektakulärste Fund jedoch zeigt die vielleicht älteste Landkarte der Menschheitsgeschichte – eine kartographische Darstellung der Siedlung und ihrer Umgebung. Viele der Funde wie Schmuck, Skulpturen und Essgeschirr können im nahegelegenen Museum besichtigt werden – hier kann man sich auch Nachbildungen der steinzeitlichen Wohnhäuser ansehen. Die Siedlung in Süd Anatolien liegt etwa 40 Kilometer südöstlich der Stadt Konya. Sie ist von den beliebten Urlaubszentren rund um  Bodrum und Antalya in wenigen Autostunden zu erreichen. Wer sich also für die frühe Menschheitsgeschichte begeistert, der sollte sich einen Besuch in Catalhöyük nicht entgehen lassen.
 

© Foto by Ziggurat/wikipedia

 


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